Hauke Jessen entwickelt narrative Kompositionen, verbindet Zeitgenössisches mit Historischem bzw. verquickt wohl bekannte Elemente aus der Kunstgeschichte mit zeitgenössischen Attributen, sprich Beigaben, oder auch umgekehrt.
Jessens Skulpturen präsentieren sich in einer faszinierenden Unaufgeregtheit. Von ihnen geht ein Sog aus, von nah und allumsichtig betrachtet zu werden. In der Allumsichtigkeit offenbart sich in der Binnengliederung der Figuren ein außergewöhnlicher Detailreichtum, der die grafischen Fähigkeiten des Künstlers heraushebt und atmosphärische sowie inhaltliche Tiefe schafft. Bei allen Arbeiten baut sich ein inhaltlicher Spannungsbogen auf, indem sich die zu erzählenden Geschichten dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschließen. Jede einzelne Figur gibt Rätsel auf, die – vielleicht – in der Selbstreflexion oder dem Facettenreichtum des Lebens eine Antwort finden. Dies impliziert die Aufforderung, mit offenen Fragen leben zu können.
Gespiegelt wird all dies in Jessens „beschädigten Schönheiten“, die nach seinen eigenen Worten „wahre Schönheit“ bergen. Sie beeindrucken in ihren nicht selten zu beobachtenden androgynen Zügen, ihrer nach außen tretenden Ruhe, ihrem nach innen gewandten Blick. Bedeutende Repräsentantinnen dieses Darstellungstypus sind beispielsweise „Reliquie der Habseligkeit“, „Gravitation“, „Liberté d’expression“ oder „Blütenpracht in Eden“. So ziehen bei Letzeren nicht nur der seitlich nach vorn gerichtet Blick der in sich ruhenden Büste die Aufmerksamkeit auf sich. Die sie umschwirrenden Blätter, Schmetterlinge und Geldscheine werfen nach deren Bedeutung Fragen auf. Steht die Frau selbstbewusst oder ins sich gekehrt im Sturm des Lebens, umgeben von Aufblühen und Vergehen? Erkennt sie Geld als vergängliche Energie zumal dieses am Ende nur aus Blüten, also Falschgeld, besteht? Deutet die partielle Farbgebung auf eine irreale paradiesische Welt hin?
Die Figuren in männlicher Gestalt stattet Jessen gleichsam mit Beigaben aus, die tiefgehende Interpretationen herausfordern, wie es der „Jäger mit Pfeil und Bogen“ mit Wolfskapuze ebenso zeigt wie die Komposition „Nimmerland“ oder das „Picknick mit Mama, gezeichnet Romulus“. Letztere thematisiert eine besondere Zweierbeziehung, die Verbindung zwischen Mensch und Wolf. Die Geschichte von Romulus und Remus, deren Ziehmutter eine Wölfin war und die von einem Specht zusätzlich Nahrung erhielten, bildet hier die Grundlage. Doch was ist in der Zweiergruppe von Hauke Jessen geblieben? Ein nackter junger Mann, dessen Körperproportionen alles andere als ideal sind und dessen Augen von Haaren bedeckt sind, schreitet neben einem Wolf einher, den er am Rücken greift. Auf dem Rücken des Mannes befindet sich ein Rucksack, aus dem der Kopf eines Spechtes herauslugt. Wo wird nun das Picknick stattfinden und was wird verzehrt werden? Etwa der Specht und wo ist Remus? Jessens minutiös gearbeitete Werke entstehen aus unterschiedlichsten Hölzern und können trotz all innovativen Eigenheiten, ihre Inspiration durch die figürliche klassische Bildhauerei mit ihrer inhaltlichen Erzählkraft und ihren formalen Möglichkeiten nicht verleugnen. Die mit Bedacht gesetzten Bezüge zur klassischen Kunstgeschichte und die verwendeten Attribute werden von Hauke Jessen jedoch stets neu interpretiert.
Hauke Jessen fehlt es in seinen Werken nie an symbolhaften und selbstironischen Andeutungen, sie erzählen Geschichten, die zur Auseinandersetzung einladen.

Dr. Dagmar Lekebusch

Geboren 1971, wuchs Jessen in Dagebüll / Nordfriesland auf. Besuchte von 1992 bis 1995 die Flensburger Werkkunstschule, und wurde zum Holzbildhauer ausgebildet. Nach erfolgreichem Abschluss entschloss sich Jessen auf Wanderschaft zu gehen.
Drei Jahre und einen Tag reiste er durch Europa und fand bei Handwerksmeistern und Künstlern Arbeit. Damit war ein Grundstein für seine freiberufliche Tätigkeit gelegt.
Das erste Atelier baute Jessen mit Material vom Schrottplatz, zwischen einem Alsterfleet und einem Bahndamm.
Heute befindet sich sein Atelier in einer Scheune in Hamburg-Alt Osdorf, ein lichtdurchfluteter ehemaliger Heuboden mit weißen Wänden, hier entstehen Holzskulpturen, Bronzeplastiken, Gemälde und Zeichnungen. Seit 1998 arbeitet Hauke Jessen als selbständiger Bildhauer
in Hamburg.

Ausstellungen
2017 Einzelausstellung, nature track, OBERFETT interdisziplinäer Schauraum, Hamburg
2017 Gruppenausstellung, COLLECTIVE IDENTITY II greskewitz I kleinitz I galerie
2016 Einzelausstellung, Berkentienhaus, Lübeck
2016 Einzelausstellung, Villa Flath, Otto-Flath-Stiftung, Bad Segeberg
2015 Einzelausstellung, Galerie III, Barmstedt
2015 Ausstellung, Hella Seith – Hauke Jessen, Kunst in der Parkstrasse, Hamburg
2014 Gruppenausstellung, Glashaus, Neuengamme

2014 Gruppenausstellung, ANTIPODE Eiskeller, Hamburg

2014 Einzelausstellung, La Caverna Museumszentrum Oberwallis, Schweiz

2014 Ausstellung, K. Evers – Hauke Jessen, Kunstverein Heide e.V., Heide
2013 Epitaph-Ergänzung St. Michaelis Kirche, Hamburg
2012 Ausstellung, Tonči Čenić – Hauke Jessen, Königreich, Hamburg 

2012 Ausstellung “BIGGREEN” mit P. Capelo und V. Bürgin, Atelier Sandort, Hamburg
2011 Einzelausstellung, Atelier Sandort, Hamburg
2008 Gruppenausstellung, Galerie W. & R. Meyer, Hamburg
2005 Franziskus-Brunnen, Haselünne
2001 Bildhauer-Symposium, Carlisle-Park, Flensburg

2001 Ausstellung, Jan Siebert – Hauke Jessen, Villa Schwarzenberg, Hamburg
2000 Bildhauer-Symposium im Carlisle-Park, Flensburg
1999 Ausstellung, Nieblum /Insel Föhr
1999 Bildhauer-Symposium, Ostseebad Flensburg
1997 Skulptur der hl. Katharina, Franziskus-Kapelle, Unna
1993 Einzelausstellung, Kunst.Werk.Statt Rote Laterne, Flensburg
1993 Ausstellung, Peter Maas – Hauke Jessen, Speicher, Husum
1993 Gruppenausstellung, Dänischen Bibliothek, Flensburg

Fotos: Jörg Schiffke , David Dittrich , Holger Wild, Hauke Jessen

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ATELIER

Hauke Jessen
Sandort 17
22549 Hamburg

0179 34 20 02 7

bildhauer@haukejessen.de

Bildhauer Hamburg

Der Künstler Hauke Jessen stellt eine Auswahl seiner bildhauerischen und zeichnerischen Arbeiten vor. Jessen lebt und arbeitet in Hamburg, Deutschland.

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